Meta-Angaben einer Webseite

In Meta-Angaben können Sie verschiedene nützliche Anweisungen für Webserver, Browser und Suchmaschinen-Programme notieren. Meta-Angaben können Angaben zum Autor und zum Inhalt der Webseite enthalten. Sie können aber auch HTTP-Kommandos absetzen, zum Beispiel zum automatischen Weiterleiten des Web-Browsers zu einer anderen Adresse.

Grundsätzlicher Aufbau

Für jede Meta-Angabe notieren Sie ein Meta-Tag im Bereich zwischen <head> und </head>. Sie können so viele Meta-Tags notieren, wie Sie wollen.

Beispiel:

<head>
<meta charset="utf-8">
<meta http-equiv="expires" content="0">
<meta name="author" content="Anna Lyse">
<!-- ... andere Angaben im Kopfbereich ... -->
</head>

Erläuterung

Eine Meta-Angabe steht in einem Standalone-Tag namens <meta>.

Ein gewöhnliches Meta-Tag hat zwei Attribute. Das eine Attribut lautet entweder name oder http-equiv, und das andere lautet content. Ein Sonderfall ist die erste Angabe, nämlich diejenige zur Zeichenkodierung.

1. Typ: Zeichenkodierung

Einen Sonderfall, jedoch einen sehr wichtigen, stellt die Meta-Angabe zur Zeichenkodierung dar. Sie wurde in HTML5 eigens geschaffen, um Autoren die Angabe einer Zeichenkodierung möglichst einfach zu machen. Für Webseiten mit Inhalten in anderen Sprachen als Englisch, also auch für deutschsprachige Webseiten, ist eine solche Angabe dringend zu empfehlen. Andernfalls müssen Sie jedes Zeichen oberhalb des ASCII-Zeichenbereichs, also im Deutschen etwa alle Umlaute, mit Hilfe von Entities umschreiben.

HTML5-Info

Die Angabe lautet <meta charset=" ... ">. Bei charset= (charset = character set = Zeichen-Set) notieren Sie die gewünschte Angabe. Dazu sollten Sie die Hinweise zur Zeichenkodierung in HTML kennen.

Leider wird die neue, einfache HTML5-Angabe zur Zeichenkodierung nicht von älteren Browsern erkannt. Deshalb ist es sicherer, zusätzlich folgende ältere Notationsweise anzugeben:

<meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=utf-8">

Es spricht nichts dagegen, beide Angaben zu verwenden. Beide sollten jedoch die gleiche Angabe zur Zeichenkodierung enthalten.

Wenn Sie XHTML5 schreiben und das Dokument von einem XML-Parser verarbeitet wird, benötigen Sie die Meta-Angaben zur Zeichenkodierung nicht. In diesem Fall gilt die Zeichenkodierungsangabe der XML-Deklaration (erste Zeile des XHTML-Dokuments).

2. Typ: Meta-Angaben mit name=

Im obigen Beispiel wird z. B. mit name eine Eigenschaft author angegeben, der mit content ein Wert Anna Lyse zugewiesen wird.

Eigenschaften, die mit name definiert werden, richten sich überwiegend an auslesende Client-Programme, also an Web-Browser, aber auch an Suchmaschinen-Robots, die Webseiten zum Befüllen ihrer Suchmaschinendatenbank auslesen.

3. Typ: Meta-Angaben mit http-equiv= (Pragma-Direktiven)

In der letzten Meta-Angabe des obigen Beispiels wird eine Angabe notiert, die dem Browser mitteilt, dass der Seiteninhalt nicht aus einem Cache-Speicher geladen werden sollte.

Eigenschaften, die mit http-equiv definiert werden, sind ursprünglich für den Webserver gedacht. Die Idee dahinter ist, dass der Webserver das HTML-Dokument vor dem Ausliefern ausliest und darin enthaltene Meta-Angaben, die mit http-equiv definiert wurden, interpretiert. Die gängigen Webserver parsen jedoch aus Performance-Gründen keine HTML-Dokumente vor dem Ausliefern. Somit liegt es am Browser, solche Meta-Angaben wie einen HTTP-Header vom Webserver zu interpretieren. Meta-Angaben mit http-equiv werden auch als Pragma-Direktiven bezeichnet.

Meta-Angaben im HTML5-Standard

HTML5-Info

HTML5 definiert zum Redaktionszeitpunkt erst einige wenige Meta-Angaben im Standard, vorwiegend zur Kennzeichnung von eingesetzter Software.

Beispiel:

<head>
<meta name="application-name" content="Gesichtsbuch-Netzwerk">
<meta name="description" content="Profilseite mit Informationen zu Anna Lyse">
<meta name="generator" content="gb-profile.php V1.0">
</head>

Erläuterung

Die Meta-Angabe name="application-name" sollten Sie nur verwenden, wenn der HTML-Code der Webseite zu einer Webplattform gehört. In diesem Fall können Sie bei content die Bezeichnung der Webplattform notieren.

Mit name="description" können Sie eine Freiformbeschreibung des Seiteninhalts angeben. Suchmaschinen können diesen Text beispielsweise nutzen, um ihn bei Suchtreffern zusammen mit dem Dokumenttitel anzuzeigen.

Die Angabe name="generator" sollten Sie nur verwenden, wenn der HTML-Code der Webseite nicht von Hand erstellt wurde, sondern von einer Software generiert wird.

Vorgeschlagene Meta-Angaben für HTML5

Im Wiki der WHATWG, die maßgeblich an der Entwicklung von HTML5 beteiligt ist, besteht die Möglichkeit, sinnvolle Meta-Angaben vorzuschlagen.

Info

Die WHATWG bietet diese Vorschläge auf einer eigenen Seite des   Wiki Meta-Extensions an.

Es spricht nichts dagegen, dort vorgeschlagene Meta-Angaben zu verwenden, wenn Sie diese für zweckmäßig halten. Einige davon sind auch schon seit Jahren etabliert. Letztere sollen hier erwähnt werden.

Beispiel:

<head>
<meta name="robots" content="noindex, nofollow">
<meta name="author" content="Reiner Wahnsinn">
<meta name="creator" content="Erna Error">
<meta name="publisher" content="ICH AG">
<!-- ... andere Angaben im Kopfbereich ... -->
</head>

Erläuterung

Die Angabe <meta name="robots" content=""> ist in der Praxis durchaus von Bedeutung und wird von den Robot-Programmen von Suchmaschinen wie Google berücksichtigt.

Mit content="noindex" weisen Sie an, dass die Suchmaschine den Seiteninhalt nicht ausliest. Der Seiteninhalt kann also in der Suchmaschine nicht gefunden werden.

Mit content="nofollow" weisen Sie an, dass die Suchmaschine keinem im HTML-Inhalt enthaltenen Hyperlink folgt. So werden auch verlinkte Unterseiten nicht von der Suchmaschine erfasst.

Beide Angaben können Sie wie im obigen Beispiel auch durch Komma getrennt kombinieren.

Mit <meta name="author" content="Autor"> geben Sie einen inhaltlich Verantwortlichen an. Geben Sie bei Autor den Namen einer Person an oder den Namen einer Presseagentur oder einer Firma. Wenn es mehrere Autoren gibt, notieren Sie für jeden Autor ein solches Element.

Für <meta name="creator" content="Urheber"> gilt das Gleiche. Ein Urheber ist etwas allgemeiner als ein Autor. Wenn der Seiteninhalt beispielsweise eine interaktive Anwendung ist, ist der Entwickler der Urheber. Und wenn der Seiteninhalt im Wesentlichen ein Video zeigt, ist dessen Produzent der Urheber. Notieren Sie bei mehreren Urhebern für jeden Urheber ein solches Element.

Auch für <meta name="publisher" content="Veröffentlicher"> gilt das Gleiche. Die Angabe ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn der Publisher nicht mit dem Autor oder Urheber übereinstimmt. Wenn beispielsweise ein Online-Magazin die Meldung einer Presseagentur veröffentlicht, ist die Presseagentur der Autor und das Online-Magazin der Veröffentlicher. Notieren Sie auch in diesem Fall mehrere Elemente, falls es mehrere Veröffentlicher gibt.

Pragma-Direktiven

Wie eingangs erwähnt, stellen Meta-Tags mit dem Attribut http-equiv eigentlich Anweisungen an den Webserver dar. Erlaubt sind daher Felder, die in einem HTTP-Request vorkommen können. Da Webserver diese Angaben derzeit nicht auswerten, sind letztlich nur Angaben sinnvoll, die der Browser in irgendeiner Form selbst umsetzen kann.

Beispiel:

<head>
<meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=utf-8">
<meta http-equiv="expires" content="Sat, 03 Dec 2011 00:00:00 GMT">
<meta http-equiv="refresh" content="5; URL=http://www.example.org/">
<!-- ... andere Angaben im Kopfbereich ... -->
</head>

Erläuterung

Die Angabe zur Zeichenkodierung kennen Sie bereits. Zwei weitere wichtige Angaben werden von vielen Browsern interpretiert.

Mit <meta http-equiv="expires" content="Verfallszeitpunkt"> können Sie angeben, ab wann das HTML-Dokument nicht mehr aus einem Cache-Speicher geholt werden, sondern in jedem Fall neu von der Ursprungsadresse geladen werden soll.

Mit <meta http-equiv="expires" content="0"> veranlassen Sie, dass diese Webseite in jedem Fall von der Originaladresse geladen wird (to expire = verfallen, ablaufen).

Bei content können Sie anstelle der 0 wie im obigen Beispiel auch ein bestimmtes Datum und eine bestimmte Uhrzeit angeben. Dadurch veranlassen Sie, dass die Webseite nach dem angegebenen Zeitpunkt auf jeden Fall vom Ursprungsort geladen werden soll. Datum und Uhrzeit müssen Sie im internationalen Format angeben. Verwenden Sie dazu die Datums-Zeitnotation wie im obigen Beispiel, inklusive dem GMT am Ende. Dies steht für Greenwich Mean Time und bedeutet die Uhrzeit am Nullmeridian. Als Wochentagnamen sind erlaubt Mon (Montag), Tue (Dienstag), Wed (Mittwoch), Thu (Donnerstag), Fri (Freitag), Sat (Samstag) und Sun (Sonntag). Als Monatsnamen sind erlaubt Jan (Januar), Feb (Februar), Mar (März), Apr (April), May (Mai), Jun (Juni), Jul (Juli), Aug (August), Sep (September), Oct (Oktober), Nov (November) und Dec (Dezember).

Außerdem können Sie eine Zahl größer 0 angeben. Diese Zahl bedeutet dann die Anzahl Sekunden, nach deren Ablauf der Web-Browser eine Datei, die er im Cache hat, auf jeden Fall wieder vom Server lädt. Mit content="43200" stellen Sie beispielsweise einen Wert von 12 Stunden ein.

Mit <meta http-equiv="refresh" content=" ... "> veranlassen Sie eine automatische Weiterleitung zu einer anderen URL-Adresse. Mit der Angabe content="5; ... " wie im obigen Beispiel, bestimmen Sie, dass die aktuelle Seite 5 Sekunden lang angezeigt wird, nachdem sie geladen ist. Danach wird die Adresse aufgerufen, die mit url= angegeben wird. Setzen Sie Ihre gewünschte Anzeigedauer in Sekunden und die gewünschte Zieladresse für die Weiterleitung ein. Bei lokalen Adressen auf dem gleichen Server können Sie Pfadangaben ohne Angabe von http:// und Domain notieren. Bei Weiterleitung zu Zielen im gleichen Verzeichnis genügt der Dateiname. Bei einer Wartezeit von 0 wird das Weiterleitungsziel sofort geladen.

Verlassen Sie sich nicht darauf, dass diese Angabe funktioniert. Notieren Sie zur Sicherheit auf der Webseite, die diese Meta-Angabe enthält, noch einen normalen Hyperlink zur Zieladresse. So haben Anwender, bei denen die Meta-Angabe nicht funktioniert, eine Alternative.